Cagliari

Auch der nächste Tag war recht sonnig, wenn auch wieder recht kühl und windig. Von meiner sehr schönen Unterkunft in Budoni bin ich morgens als erstes an den Strand des Ortes gefahren. Das kühle Wetter hat immerhin den Vorteil, dass man Strände und andere schöne Landschaften meist für sich allein hat. Das gilt auch für die Unterkünfte. In jedem Bed and Breakfast, in dem ich war, war ich grundsätzlich der einzige Gast.

Danach ging es wieder über einsame Landstraßen teils durchs Inland, wo man stets von grünen Bergen umgeben war, teils direkt am Meer entlang. Die eben beschriebene Einsamkeit gilt hier auch für die Straßen. Lediglich rund um die größeren Städte Cagliari und Olbia ist viel Verkehr.

Zum Ende des Tages ging es dann langsam wieder in die Berge. Übernachtet habe ich im hübschen Dorgali, da dahinter erstmal 40 Kilometer nichts mehr kam und zusätzlich noch ein Berg mit über 1000 Metern bezwungen werden musste. Als ich im Ort ankam, zogen bereits Wolken auf.

Der nächste Tag war dann wettertechnisch entsprechend mies. Es goss in Strömen und das bei Sturm und sechs Grad. Bei den Bedingungen wollte ich nun wirklich nicht auf 1000 Meter hochfahren, da das Wetter dort eher noch schlechter war. Die Unterkunft in Dorgali war super und der Inhaber hat morgens ein riesiges Frühstück mit 20 verschiedenen Sachen aufgetischt. Alles war entweder selbst gemacht oder wurde zumindest in Dorgali produziert. Ziegen-, Schafs- und Kuhkäse, Mortadella, Schinken, Ricotta, jede Menge Marmeladensorten, verschiedene Brotarten und diverse andere Sachen gehörten dazu. Durch die tolle Unterkunft und das Mistwetter habe ich mich also dazu entschlossen den Tag in Dorgali zu bleiben. Das war auch die richtige Entscheidung, denn das Wetter blieb den ganzen Tag so.

Der nächste Tag begann dann mit Sonnenschein, so dass ich gut gelaunt den Berg in Angriff nehmen konnte. Die Steigung war nicht besonders steil, so dass man ohne große Anstrengungen die Aussicht genießen konnte. Weiter oben lag sogar noch etwas Schnee am Straßenrand.

Auf 1040 Metern war dann der höchste Punkt erreicht und es folgte eine lange Abfahrt hinunter bis auf Meereshöhe. Leider zog es sich gegen Mittag wieder zu. Die Abwechslung Sardiniens ist toll. Innerhalb einiger Minuten wechselt man vom Hochgebirge zum Strand.

Der nächste Tag war endlich von morgens bis abends sonnig. Wieder ging es zunächst durchs grüne Inland, später dann auf einer Küstenstraße entlang. Hier leuchtete das Wasser teilweise richtig schön türkis. Da ich den nächsten Tag spätestens am frühen Nachmittag in Cagliari sein wollte, bin ich an dem Tag recht weit gefahren.

Von meiner Unterkunft in Torre delle Stelle aus waren es nur noch knapp 40 Kilometer bis zu meinem Hotel in Cagliari. Gegen 12:30 Uhr war ich dort und musste mich dann noch um einen Fahrradkarton kümmern, um das Rad im Flugzeug transportieren zu können. Nach etlichen Kilometern Fußmarsch durch die Stadt und diversen Anrufen bei verschiedenen Fahrradhändlern, musste ich aber feststellen, dass so spontan nirgends ein solcher Karton aufzutreiben war. Der letzte Händler, den ich anrief, sagte mir aber, dass er Fahrradtaschen hat. Dort bin ich dann hingegangen und nach eingehender Begutachtung habe ich die besagte Tasche genommen. Das Fahrrad passt wunderbar und die Tasche ist deutlich handlicher und praktischer als der sperrige Karton. Und wiederverwendbar ist sie auch!

Nach insgesamt 1076 Kilometern ist meine Sardinienreise nun zu Ende. Die Übernachtungen in Bed and Breakfasts waren neu für mich, wobei ich es schon sehr angenehm fand, gerade bei dem Wetter. Die Landschaften auf der Insel sind großartig und auch sämtliche Leute, mit denen ich zu tun hatte, waren sehr nett und freundlich. Einzig das Wetter war nicht so besonders. Mehrere Einheimische haben mir erzählt, dass es seit vielen Jahren nicht mehr einen so kühlen, stürmischen und verregneten März hier auf der Insel gegeben hat.

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