Budoni

Nachdem ich von Buggerru aus wieder aufgebrochen war, ging es zunächst für eine Weile weiter über einsame Landstraßen an der Küste entlang. Teilweise war man auf Meereshöhe, aber die meiste Zeit war man durch das bergige Terrain relativ weit oben, wo man meist herrliche Ausblicke hat.

Nach einigen Kilometern entfernte sich die Straße etwas von der Küste und es ging mitten in die Berge. Das schöne an Sardinien ist, dass die Landschaft sich ständig ändert. Steilküsten, wunderschöne Buchten, Sandstrände, Berge, Dünen, Wälder und vieles anderes wechselt sich ständig ab.

Nach einiger Zeit war die Bergstraße, die ich ursprünglich nehmen wollte wegen eines Bergsturzes gesperrt, so dass ich zunächst die Karten nach einer Alternativroute konsultiert habe. Direkt an der Küste sollte eine kleine Straße verlaufen, die ich dann auch genommen habe. Ich bin also 400 Höhenmeter hinuntergefahren und habe festgestellt, dass die besagte Straße eher eine einsame Sandpiste war, auf der man aber trotzdem einigermaßen vorankam. Kurze Zeit später verlief dann aber ein Fluss mitten durch die Piste. Durch den vielen Regen der vergangenen Tage ist das Rinnsal, das normalerweise hier verläuft, enorm angewachsen.

Da ich auf keinen Fall wieder den Berg hochfahren wollte nur um wieder an der anderen gesperrten Straße zu stehen, habe ich mir also Schuhe, Socken und Hose ausgezogen und getestet wie tief das Wasser eigentlich war. Es ging bis zur mittleren Höhe der Oberschenkel. Also habe ich zunächst meine Gepäcktaschen separat und zum Schluss das Fahrrad durch das Wasser getragen. Danach konnte man wieder gut weiterfahren. Da ja durch die überschwemmte Straße sonst niemand hierher gelangen konnte, hatte ich die ganze Gegend für mich alleine. Die Landschaft bestand hauptsächlich aus bewaldeten Sanddünen.

Anschließend ging es dann wieder über normale Straßen meist am Meer entlang.

Der nächste Tag war wettertechnisch sehr durchwachsen. Den ganzen Tag über war es sehr stürmisch und kühl, während sich Sonne, heftige Regenschauer und Bewölkung abwechselten. Durch größere Orte bin ich nicht gefahren, was hauptsächlich daran liegt, dass es diese auf Sardinien nur selten gibt. Die Insel ist sehr spärlich besiedelt, so dass man meist mitten in der Natur ist.

Übernachtet habe ich in der hübschen Kleinstadt Bosa. Der nächste Morgen begann mit strahlendem Sonnenschein, allerdings waren bis ich abfahrtsbereit war schon wieder dunkle Wolken aufgezogen.

Die Straße zwischen Bosa und Alghero gilt als eine der schönsten Küstenstraßen Europas, allerdings bin ich dieses Stück im strömendem Regen gefahren und habe dementsprechend nur wenige Fotos gemacht. Die Sicht war leider ziemlich mies.

Völlig durchnässt und durchgefroren kam ich in Alghero an, was scheinbar ebenso ein hübsches Städtchen zu sein scheint, aber nach Sightseeing stand mir zu der Zeit wirklich nicht der Sinn.

Ich bin danach noch 40 Kilometer durch das eher unspektakuläre Inland gefahren bevor ich froh war eine warme Unterkunft zu finden. Mit Kälte, Regen und Sturm einzeln kommt man immer zurecht, aber wenn alle drei gleichzeitig auftreten, hält sich der Spaß in Grenzen.

Gestern war es den meisten Tag zwar immer noch kühl, windig und bewölkt, aber immerhin trocken. Inzwischen hatte ich die Nordküste Sardiniens erreicht. Hier gibt es keine großen Berge, so dass ich relativ gut vorangekommen bin.

Heute hatte ich dann endlich den ganzen Tag Sonnenschein. Mittlerweile bin ich an der Ostküste angelangt und es geht Richtung Süden. Der Tag verlief eigentlich ohne besondere Vorkommnisse, aber das Fahren in der Sonne bei milden Temperaturen war einfach herrlich entspannend.

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