Nazare

Nach Viana do Castelo ging es immer weiter Richtung Süden an der Küste entlang. In einigen Dörfern habe ich mich über die merkwürdig blau gekachelten Kirchen gewundert.

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Später habe ich aber gemerkt, dass das nicht auf Kirchen beschränkt ist, sondern typisch für ältere portugiesische Gebäude ist. Später sah man das immer häufiger.

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Im Laufe des Nachmittags kam ich durch Porto. Die Altstadt ist recht hübsch, allerdings stehen viele Gebäude teilweise oder ganz leer. Ich habe gelesen, dass die Mieten hier sehr hoch sind und auch viel Geld für die Instandsetzung der teils maroden Häuser nötig ist. Daher ziehen es viele Bewohner vor in moderneren Gegenden am Stadtrand zu wohnen.

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Die Stadt wird mir immer für ihre steilen Kopfsteinpflasterstraßen in Erinnerung bleiben. Durch das Stadtzentrum fließt der Douro, der von beiden Seiten von hohen, steilen Hügeln umgeben ist. Wenn man parallel zum Fluss fährt, ist es relativ eben. Durchquert man die Stadt aber in Nord-Süd-Richtung geht es enorm rauf und runter.

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Nachdem der Tag klar und sonnig war, bin ich am nächsten Morgen bei dichtem Nebel weitergefahren.

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Im Laufe des Tages wurde es aber wieder besser. Vorübergehend habe ich die Küste verlassen, da es in der Gegend von Aveiro ein großes Sumpfgebiet mit vielen Seen und kleinen Flüssen gibt und es daher keine durchgängige Straße an der Küste gibt.

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Der Radweg hier in Portugal ist teilweise großartig. Meist geht es durch ausgedehnte Wälder oder direkt am Meer entlang.

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Am späten Nachmittag kam ich in Nazare an, wo ich den hiesigen Campingplatz angesteuert habe und heute einen Ruhetag eingelegt habe. Der Ort ist berühmt für seine riesigen Wellen. Das liegt an den riesigen Unterschieden der Wassertiefe kurz vor der Küste. Unter anderem wurde hier der Weltrekord für die höchste jemals gesurfte Welle aufgestellt. Solche Wellen wollte ich mir heute natürlich anschauen. Zu meiner großen Enttäuschung war die Sicht bei starker Bewölkung und Nebel sehr eingeschränkt und zusätzlich konnte ich auch keinen nennenswerten Wellengang beobachten. Die Riesenwellen entstehen scheinbar nur unter bestimmten Bedingungen, die heute nicht herschten.

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Die Stadt gefällt mir aber dennoch mit den Steilklippen und dem regen Treiben recht gut. Dazu ist es eine „doppelstöckige“ Stadt. Die Altstadt oben auf den Klippen und der neuere Teil unten am Strand.

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Mittlerweile bin ich 4382 Kilometer unterwegs.

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