Obzor

Von Tulcea aus ging es nun meist in südlicher Richtung. Die Landschaft bestand meist aus der üblichen rumänischen Feldermonotonie, allerdings gab es hier auch viele kleinere und größere Seen. Ich habe dann zum Ende des Tages einen Campingplatz am riesigen Razimsee angesteuert. Der Platz war eigentlich nur ein Privathaus mit Garten, wo man sein Zelt aufschlagen konnte. Alles war sehr grün und ich habe direkt am Seeufer gecampt.

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Der Besitzer war sehr nett und es gab auf Wunsch auch etwas zu essen. Es wurde gebratenes Fischfilet gereicht. Der Fisch war frisch aus dem See gefangen und hat fantastisch geschmeckt. Hier hat es mir so gut gefallen, dass ich spontan einen Tag länger geblieben bin. Leider hatte ich mich mit den Wochentagen vertan und nicht gemerkt, dass es bereits Freitag war. Da ich ja nach wie vor Probleme mit der Fahrradschaltung hatte, wollte ich ja zum Fahrradladen in Constanța. Samstags macht der Laden aber bereits um 15 zu und die 120 Kilometer dorthin, hätte ich so schnell nicht geschafft. Ich konnte also erst Montag mein Fahrrad reparieren lassen. Da ich nun das Wochenende überbrücken musste, bin ich also noch einen Tag auf dem Campingplatz geblieben. Ich habe dort auch diverse nette Leute kennengelernt, so dass es mir dort sehr gut gefallen hat.
Am Sonntag bin ich dann Richtung Constanța aufgebrochen. Nach einigen Kilometern erreichte ich erstmals das Schwarze Meer.

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Hiermit hatte ich Europa nun einmal komplett vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer durchquert. Übernachtet habe ich dann in Mamaia, einem nördlichen Vorort von Constanța, der überwiegend aus Hotels, Campingplätzen, Restaurants, etc. besteht. Alles sehr touristisch. Die Strände hier am Schwarzen Meer sind scheinbar alle komplett mit Liegen und Sonnenschirmen vollgestellt.

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Am Tag darauf bin ich dann zum Fahrradladen im Stadtzentrum von Constanța gefahren. Die beiden Mechaniker dort waren sehr nett und sprachen sehr gut Englisch, so dass die Verständigung kein Problem war. Es stellte sich heraus, dass meine Kassette und das Kettenblatt völlig abgenutzt waren und ausgetauscht werden mussten. Dies haben sie dann getan und anschließend war das Problem verschwunden. Ich war begeistert.
Am nächsten Tag konnte ich nun endlich ohne Probleme weiterfahren. Bislang bin ich auf meiner Reise diversen europäischen Fernradwegen gefolgt, die ich vorher auf mein Navi kopiert habe, so dass ich mir um die Wegführung bislang keine Sorgen machen musste. Mein Heimweg nach Westeuropa ist der Eiserne Vorhang-Radweg, der an der bulgarisch-türkischen Grenze beginnt. Um dorthin zu gelangen, habe ich also den entsprechenden Ort in mein Navi eingegeben und bin losgefahren. Das Navi versucht grundsätzlich ruhige, verkehrsarme Wege auszuwählen, was ich bereits in Constanța bereut habe, da ich über schlechte Wege durchs Hafenviertel geleitet wurde, wo überall Schranken und Treppen waren. Irgendwann war ich dann aber raus aus der Stadt. Anstatt mich über die perfekt befahrbare Küstenlandstraße zu leiten, ging es über kleine, holprige Feldwege durchs Nirgendwo etwas weiter landeinwärts. Etwa 30 Kilometer südlich von Constanța kam ich dann an einem einsamen Haus vorbei. Das Gartentor stand auf und es kamen drei Hunde, die mir bis zum Bauchnabel gingen, herausgestürmt und haben mich angegriffen. Ich wurde mehrfach gebissen, aber bis auf ein paar blaue Flecken ist mir nichts passiert. Viel schlimmer war, dass sie mir auch in die Taschen gebissen haben und dabei meine Isomatte heruntergerissen haben. Anzuhalten, um sie wieder einzusammeln, wäre aber wahrscheinlich Selbstmord gewesen, so dass ich weitergefahren bin. Etwa 10 Kilometer später erreichte ich dann die Küstenlandstraße, der ich dann erstmal gefolgt bin. Übernachtet habe ich direkt an der rumänisch-bulgarischen Grenze in Vama Veche. Der Campingplatz war super und einer der gemütlichsten, die ich bislang erlebt habe. Überall standen Sofas, Hängematten und Bücherregale. Das Essen war super und vom Latte Macchiato bis hin zum ausgefallensten Cocktail gab es alles.

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Da ich zuvor aber schon diverse Ruhetage hatte, bin ich am nächsten Tag weitergefahren. Nach ein paar hundert Metern kam die Grenze. Ich war nun in Bulgarien. Das erste was mir auffiel war, dass es hier viel grüner ist als in Rumänien. Überall stehen Büsche und Bäume. Eine sehr willkommene Abwechslung zur rumänischen Sonnenblumen- und Weizenmonotonie. Dazu hat man immer wieder schöne Ausblicke aufs Meer.

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Zumindest hier an der Küste wirkt Bulgarien recht modern und gut entwickelt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass durch den intensiven Tourismus in dieser Gegend viel in die Infrastruktur investiert wurde. Im Landesinnern sieht es vermutlich anders aus.
In Varna gab es einen Decathlon, wo ich mir eine neue aufblasbare Isomatte besorgt habe.

Inzwischen bin ich 8258 Kilometer unterwegs. Mein nächstes Ziel ist Rezovo, wo dann der Eiserne Vorhang-Radweg beginnt. Eigentlich wollte ich noch einen Abstecher nach Istanbul machen, aber in der Gegend scheint es nirgends einen Grenzübergang zu geben. Der nächste Übergang ist deutlich weiter westlich und da Istanbul im Südosten liegt, wäre das ein ziemlicher Umweg. Vielleicht findet sich noch eine Alternative…
Falls nicht, tendiere ich gerade dazu Istanbul links liegen zu lassen und einfach nur meinem ursprünglich Plan zu folgen, der ja auch als Karte im Blogeintrag Crvenka zu sehen ist.

4 Gedanken zu “Obzor

  1. Sebastian schon wieder vergessen was zur radausrüstung gehört ein socken am lenker voller kleingeld gegen hunde und unholde .. 😉

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  2. Haben mit dir auf einem Campingplatz in Mamaia ein paar Bier getrunken und kurz geplauscht. Wie wir sehen können bist du noch auf Tour und dein Rad läuft noch! Super interessanter Blog und eine schöne weitere Reise wünschen dir die drei Roadtripper aus Freiburg!

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