Tulcea

Nach Zimnicea ging es immer weiter durch die zentralrumänische Provinz. Über weite Teile hatte ich das Gefühl in Kansas oder Oklahoma zu sein.

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Eine schier endlose, flache Ebene mit Feldern bis zum Horizont. Zwischendurch war ich überrascht große Photovoltaikanlagen im Nirgendwo zu finden. Bei der starken rumänischen Sonne ist es aber sicherlich sinvoll hier solche Solarparks zu errichten.

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Zu der Zeit war es mit 36 Grad im Schatten recht warm. Da es in dieser Gegend nur Felder und so gut wie keine Bäume gibt, ist die Temperaturangabe im Schatten natürlich auch nur theoretischer Natur. Übernachtet habe ich dann in einem schönen und günstigen Hotel in Calaraşi, wo ich dann gleich noch einen Tag länger geblieben bin, da der nächste Tag noch heißer war.
Hinter Calaraşi musste ich dann mal wieder mit der Fähre die Donauseite wechseln. Südlich der Donau ist das Gelände deutlich hügeliger, was eine willkommene Abwechslung war, da man nun wieder einige schöne Ausblicke genießen konnte. Zusätzlich wachsen hier nicht nur Weizen und Sonnenblumen, sondern auch Wein und endlich sogar wieder Bäume!

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Auch die folgenden Tage ging es ähnlich weiter. Rumänien ist wirklich ein großes und weites Land. Zwischendurch kamen immer mal wieder kleinere Dörfer und gelegentlich sogar eine Stadt, aber was ich immer in Erinnerung behalten werde, ist die Weite. Endlose Ebenen…

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Hinter Cernavodă macht die Donau einen Knick nach Norden. Kurz vor Brăila wurde es dann zeitweise wieder richtig grün. Die ganze Gegend war eine ziemliche Abwechslung. Auch die Stadt war recht schön und hatte sogar viele schöne Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, was ich so bislang in Rumänien noch gar nicht gesehen habe.

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Nach einem Schlenker über Galați bin ich in Tulcea angekommen, was auch als Tor zum Donaudelta gilt. Hier habe ich auch einige Franzosen wiedergetroffen, die ich vor ein paar Tagen schon kennengelernt hatte. Sie haben eine deutlich kürzere Route nach Tulcea gewählt, so dass wir zeitgleich hier angekommen sind. Zusätzlich haben wir noch diverse andere Radler getroffen, so dass wir uns alle bestens unterhalten haben und Erfahrungen ausgetauscht haben.

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Gestern haben wir noch zwei französische Studenten kennengelernt, die mit einem Tandem und einem Riesenanhänger bis hierher geradelt sind und sich die ganze Reise finanziert haben, indem sie zwischendurch in Fußgängerzonen, Bars und Restaurants Musik gemacht haben. Alles mit selbstgeschriebenen Liedern. Gestern haben wir ein Privatkonzert genießen können.

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Die beiden waren echt super und ich war schon beeindruckt, dass sie nahezu ohne einen Cent in der Tasche losgefahren sind und sich unterwegs alles durch Musik verdient haben. Die Französin, mit der ich da war, hat diverse Videos gemacht und sie anschließend bei YouTube hochgeladen. Hier ist der Link zum ersten Video:

Heute habe ich eine Bootstour durchs Donaudelta gebucht. Es ging sechs Stunden durch das Delta, das direkt hinter Tulcea beginnt. Die Donau spaltet sich hier in tausende kleine Arme und Kanäle auf. Überall sind Sümpfe, Seen, Dschungel und viele Vögel. Vor allem Kraniche und Pelikane waren zu sehen.

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Inzwischen habe ich leichte Probleme mit meinem Schaltwerk. Die 200 Kilometer bis Constanța muss es aber noch durchhalten, da dort der nächste Fahrradladen ist.

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