Belgrad

In Crvenka habe ich entgegen der Planung noch einen dritten Ruhetag eingelegt, da mal wieder Regen angesagt war. Auch der Tag war wieder sehr nett.
Am folgenden Morgen bin ich dann aber wieder aufgebrochen. Zunächst musste ich erstmal 40 Kilometer zurück nach Westen fahren, um zur Donau und somit zum Radweg zu gelangen. Dort angekommen war ich ziemlich begeistert. Der Weg ist in gutem Zustand und völlig einsam. Stundenlang habe ich nur Natur um mich herum gehabt.

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An dem Tag war es stark bewölkt und vom Regen des Vortags noch feucht, was scheinbar paradiesische Bedingungen für Mücken sind. Während der Fahrt war es kein Problem, aber sobald man angehalten hat, haben sich sofort Hunderte von den Mistviechern auf einen gestürzt.
Ich hatte zunächst keine Ahnung, wo ich die Nacht verbringen würde, aber gegen 19 Uhr erreichte ich schließlich Backa Palanka, einen der wenigen Orte in diesem Gebiet. Nach einigem hin und her habe ich ein Restaurant gefunden, das im ersten Stock auch Zimmer vermietet. Gegessen habe ich dann auch dort. Es gab typisch serbische Küche und eine Band hat serbische Volksmusik gespielt.

Gestern früh ging es wieder auf die Piste. Ich wusste, dass es ein langer Tag werden würde, da ich in Belgrad verabredet war. Ich konnte dort nämlich beim Onkel meines Cousins übernachten, der eine Wohnung mitten im Zentrum der Stadt hat. Hierzu waren aber zunächst 159 Kilometer zu fahren. Leider führte der Radweg gestern überwiegend über mal mehr, mal weniger stark befahrene Landstraßen, die keinen Seitenstreifen oder ähnliches hatten. Gerade wenn Busse oder LKWs vorbeifuhren war es nicht besonders angenehm. Gegen Mittag kam ich durch Novi Sad, Serbiens zweitgrößte Stadt. An der Donau steht hier die Petrovaradin, eine alte Festung, die schon recht beeindruckend war.

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Ich bin auch etwas durch die Stadt gefahren, allerdings recht flott, da es bis  Belgrad noch fast 100 Kilometer waren. Kurz hinter der Stadt wurde es für etwa 20 Kilometer sehr bergig. Die Aussicht war aber immer wieder schön. So langsam stören mich Anstiege überhaupt nicht mehr.

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Gegen 18 Uhr war dann aber Belgrad erreicht und ich wurde herzlich von meinem Gastgeber Marijan empfangen. Ich habe ihn das letzte Mal gesehen, als ich vier oder fünf Jahre alt war.

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Zunächst gab es etwas Leckeres zu essen, anschließend kamen noch Freunde vorbei, die ebenfalls sehr sympathisch waren. Zu später Stunde sind wir dann noch ins Kneipenviertel von Belgrad gegangen. Wir hatten einen sehr lustigen Abend, der dann aber etwas abrupt endete, da es scheinbar in Belgrad eine Sperrstunde gibt. Ab 1 Uhr darf kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden.

Heute habe ich mich dann von Marijan durch die Stadt führen lassen. Es war toll einen Einheimischen dabei zu haben, der alle schönen Orte und Wege kennt.

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Belgrad hat viele schöne Ecken, aber teilweise sieht man noch Hinterlassenschaften vom NATO-Bombardement aus dem Jahr 1999.

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Inzwischen bin ich 6430 Kilometer gefahren. Morgen geht es dann weiter Richtung Rumänien.

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