Dubova

Vom Belgrader Zentrum bin ich zunächst auf recht belebten Straßen ostwärts gefahren bis ich aus der Stadt heraus war und es wieder ruhiger wurde. Der Weg ging dann glücklicherweise wieder auf einem Hochwasserschutzdeich entlang, wie ich es bereits aus der Slowakei und Teilen Ungarns und Nordserbiens kannte. Im Gegensatz zu diesen Gebieten verlief der Deich aber nicht direkt am Fluss entlang, sondern etwa 500 Meter entfernt. In dem Zwischenraum zwischen Deich und Donau waren überall Seen, die wahrscheinlich bei Donauhochwasser aufgefüllt werden und dann wieder nach und nach austrocknen.

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Dies ist wohl ein absolutes Vogelparadies. Ich habe noch nie so viele unterschiedliche Vögel gesehen. Leider waren sie recht scheu und waren meist verschwunden bis ich meine Kamera herausgeholt hatte. Es waren aber viele Störche, Reiher, Greifvögel und etliche mir völlig unbekannte Arten zu sehen.

Gegen Abend hat mir mein Navi einen Campingplatz ein paar Kilometer weiter angezeigt, den ich dann angesteuert habe. Es war eigentlich nur ein normales Wohnhaus, in dem der Besitzer drei kleine Räume zu Gästezimmern umfunktioniert hat und wo man zusätzlich im Garten campen konnte. Es war sehr gemütlich und alles war vorhanden. Es gab sogar Abendessen: Spiegeleier mit Speck, Brot, Tomaten, Gurken und Paprika. Das gleiche gab es den nächsten Morgen auch zum Frühstück. Sehr schmackhaft und vor allem sättigend. Ich war der einzige Gast und habe mich nett mit dem Besitzer unterhalten.

Am nächsten Morgen hat es zunächst geregnet, so dass ich mir etwas Zeit gelassen habe bis es weiterging. Ich war schon ganz in der Nähe der rumänischen Grenze. Da es an der Donau aber keinen Grenzübergang gibt, musste ich erstmal ein ganzes Stück nach Norden. Inzwischen fing es wieder an zu regnen.

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An der Grenze musste ich eine ganze Weile warten und das obwohl nur zwei Autos vor mir waren. Beide wurden aber gründlich gefilzt. Ich wurde dann nur gefragt, ob ich Alkohol oder Zigaretten dabei hätte und als ich das verneinte, durfte ich ohne Taschenkontrolle einreisen. Hier war ich nun in Rumänien. Es goss in Strömen.
Nach einigen Kilometern kam ich dann durch den ersten Ort, der einen ziemlich verwahrlosten Eindruck machte. Die Häuser sahen sehr marode aus und überall waren Matsch und Pfützen.

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Einige Kilometer später wurde es aber deutlich besser. Die Gebäude waren ordentlich und schön bunt. Auch die Straßen wurden deutlich besser. Ich habe keine Ahnung, warum die ersten 10 Kilometer nach der Grenze so schlimm aussehen, aber der Rest Rumäniens scheint deutlich besser zu sein. Überall wird gebaut und man sieht häufig Schilder, auf denen irgendwelche Projekte beschrieben sind, die von der EU finanziert werden. Da mir der Regen und vor allem der damit verbundene Matsch irgendwann auf die Nerven ging, habe ich dann bereits um 16 Uhr aufgehört zu radeln als ich eine Pension am Wegesrand sah. Außerdem musste ich noch Wäsche waschen.

Ich hatte Frühstück für halb neun bestellt. Zum Glück bin ich recht früh wach gewesen und habe im Internet gesurft. Mir ist dann aufgefallen, dass Rumänien in einer anderen Zeitzone liegt. Hier ist es bereits eine Stunde später, so dass das Frühstück nach mitteleuropäischer Zeit bereits um halb acht fertig war.
Leider ist meine Wäsche über Nacht kein bisschen getrocknet. Also habe ich den Vormittag abgewartet und gemütlich auf dem Balkon gesessen.

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Gegen Mittag (Ortszeit) bin ich dann aber endlich weiter. Die Tour heute war super. Es ging auf einer kaum befahrenen Landstraße immer am Fluss entlang. Überall um mich herum waren bewaldete Berge und viel Natur.

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Aus Versehen habe ich heute eine ziemlich große Schlange überfahren. Zunächst habe ich sie einfach für einen Ast gehalten. Als ich näherkam, ist sie mir dann aber direkt vors Rad geschlängelt und ich konnte nicht mehr ausweichen. Sie hat es aber überlebt und hat sich ins Gebüsch verkrochen.

In Rumänien gibt es häufig öffentliche Trinkwasserstellen am Straßenrand. Das Wasser ist eiskalt und bei der Hitze genau das Richtige.

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Inzwischen bin ich in der Nähe des kleinen Ortes Dubova, wo ich mir ein günstiges Zimmer suchen wollte. Bekommen habe ich meine eigene kleine Blockhütte mit Veranda und Donaublick. Ich bin sehr zufrieden und genieße meine bislang beste Unterkunft.

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