Weiter ging es durch die dünn besiedelte polnische Provinz. Alle paar Kilometer kommt mal ein kleines Dorf, allerdings bestehen die meist nur aus einigen wenigen Häusern. Meist sind die Straßen zu den Dörfern nicht einmal asphaltiert. Dementsprechend wenig Verkehr herrscht hier. Dafür gibt es viel Natur bzw. Felder und Wiesen.





Die meiste Zeit hier in Polen war ich auf einem Radweg namens Green Velo Poland unterwegs, der erst vor kurzem fertiggestellt wurde. Es geht zwar viel über teilweise recht holprige Schotterstrecken, so dass man nicht besonders schnell vorankommt, aber die Ruhe und Natur sind herrlich. Dazu stehen ungefähr alle 10 Kilometer Unterstände bereit, wo man wunderbar Pause machen kann.

Die Ruhe wird eigentlich nur durch meine quietschende Sattelstangenfederung gestört. Leider hilft da auch kein Öl oder Kettenspray. Zusätzlich ist diese Federung auf holprigen Wegen zwar ganz angenehm, allerdings schluckt sie auch extrem viel Energie. Gerade wenn es bergauf geht, merkt man wieviel Tretkraft verloren geht und dementsprechend anstrengender ist es Steigungen hochzufahren. Die Sattelstangenfederung fliegt also spätestens zur nächsten Tour raus!
Übernachtet habe ich meist in den „größeren“ Orten wie Angerburg und Bartenstein. Die größeren Orte haben dann 10000 bis 20000 Einwohner. Da ich mir die polnischen Namen nur schlecht merken kann und meist sowieso keine Ahnung habe, wie man sie aussprechen soll, verwende ich der Einfachheit halber in diesem Blog die deutschen Namen.



Zwischen den Orten hatte man immer wieder die bereits beschriebene Landschaft. Während das Terrain ganz im Osten Polens sehr wellig mit teils sehr steilen Anstiegen ist, wird es je weiter man nach Westen kommt immer flacher.





Vorgestern hatte ich dann wieder das Meer, das ich ja in Lettland verlassen hatte, erreicht. Hier liegt das Frische Haff, das durch die Kurische Nehrung von der offenen Ostsee abgeschnitten ist. Leider fing es genau hier an ziemlich zu regnen und das blieb dann auch den Rest des Tages so.


Kurze Zeit später kam ich noch durch Frauenburg mit seiner hübschen Burg.

Im strömenden Regen hatte ich aber keine Lust mehr auf intensivere Besichtigungen und bin weiter zu meinem Tagesziel nach Elbing gefahren. Hier endet auch der Green Velo Polen.
Gestern bin ich zunächst nach Marienburg geradelt, um mir die gleichnamige riesige Burganlage anzuschauen. Im Mittelalter war hier die Zentrale des Deutschen Ordens, der damals weite Teile Polens und des Baltikums beherrschte. Dort bekam ich einen Audioführer mit Kopfhörern und einem GPS-Sender, der einen herumgeführt und zu jedem Raum etwas erzählt hat. Zwei bis drei Stunden Zeit muss man hier mindestens einrechnen.






Von hier aus ging es dann zum finalen Ziel dieser Radtour nach Danzig. Am Abend bin ich gleich noch in die Altstadt spaziert, um mir schonmal alles anzuschauen und ein nettes Restaurant zu suchen.
Nach 1850 Kilometern endet die Radreise hier nun.





Heute habe ich noch einen Ruhetag hier in Danzig, wo ich mir alle Sehenswürdigkeiten in Ruhe anschauen will. Leider schüttet es schon den ganzen Vormittag wie aus Eimern. Daher vertreibe ich mir etwas die Zeit, indem ich diesen Bericht schreibe und hoffe, dass es demnächst trocken wird und ich die Stadt in Ruhe unsicher machen kann.
Morgen geht es dann mit dem Zug wieder nach Hause.
Danke für den interessanten Bericht und den schönen Fotos – gerne möchte ich 🇵🇱 in den nächsten Jahren per Rad erkunden – vor allem Masuren möchte ich mir ansehen.
Liebe Grüße, Walter
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