La Coucourde

Der Tag, an dem ich wieder aus Villeneuve-lès-Beziers aufgebrochen bin, war recht wolkig. Für mich war es der erste Tag seit sechs Wochen, an dem es teilweise keinen blauen Himmel zu sehen gab. Zunächst bin ich den Canal du Midi bis zum Ende in Marseillan Plage gefahren, wo ein großartiger Radweg am Strand entlang Richtung Sète beginnt.

Kurze Zeit später erreichte ich dann Sète. Die Stadt ist nicht besonders groß und wirkt mit seinen vielen Kanälen recht malerisch und gemütlich. 

Hinter der Stadt beginnt eine große Seenlandschaft mit vielen kleinen Inseln. Mittendurch verläuft eine einsame Straße, auf der ich die Gegend durchquert habe. Unterwegs konnte man unzählige Vögel beobachten. 

In Le Grau du Roi verbrachte ich meinen letzten Abend am Mittelmeer. Von nun an ging es erstmal nur noch in nördliche Richtung. 

Der nächste Tag war dann wieder sonnig. Die Strecke war sehr abwechslungsreich. Seen, Heidelandschaften, Kanäle, Flüsse und einige mittelalterliche Kleinstädte wechselten sich ab.

In Arles erreichte ich die Rhone, die nun bis in die Schweiz meine ständige Begleiterin sein wird. Am Nachmittag kam ich dann an meinem Tageziel Avignon an. Hier habe ich gestern einen Ruhetag eingelegt, um die Stadt zu erkunden. Zusätzlich habe ich mir einen neuen Hinterreifen gekauft, da bei dem alten mittlerweile kein Profil mehr vorhanden war. Der Campingplatz war super auf einer Flussinsel direkt gegenüber dem Papstpalast und der berühmten Brücke von Avignon gelegen. Man war innerhalb weniger Minuten direkt in der Altstadt.

Die Altstadt ist komplett von ihrer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben, was man heutzutage selten sieht. Es gab sehr viele schöne Ansichten, speziell in den kleinen Gassen. Hier waren auch kaum Touristen unterwegs. Vor dem Papstpalast und auf dem zentralen Platz, dem Place de l’Horloge, war es dagegen recht voll.

Da ich von meinem Campingplatz innerhalb weniger Minuten im Zentrum war, bin ich abends ein weiteres Mal dort gewesen, um mir alles im Abendlicht anzuschauen. 

Ich fand es herrlich einfach ziellos durch die Gassen zu schlendern und die sommerliche südfranzösische Atmosphäre zu genießen. Hinter jeder Kurve gab es etwas Interessantes zu sehen. In einer ruhigen Seitenstraße traf ich auf drei talentierte Straßenmusiker. Dort habe ich mich eine Weile hingesetzt und ihren Liedern gelauscht.

Heute bin ich dann weiter nach Norden gefahren. Der Rhoneradweg ist perfekt ausgebaut und sehr abwechslungsreich. Es geht nämlich nicht nur am Fluss entlang, sondern auch häufig durch Wälder und über Feldwege. Unter anderem bin ich auch an sehr intensiv duftenden Lavendelfeldern vorbeigekommen. Auch die Rhone selbst sieht mit ihren Felsen und Bergen drumherum sehr schön aus.

Der Weg heute war so herrlich, dass ich mich schon wahnsinnig auf morgen freue.

Ein Gedanke zu “La Coucourde

  1. Hört sich toll an! Schöner Bericht!! Bin gerade in Umkomaas südlich von Durban um am Aliwal Shoal Riff zu tauchen. Soll super für Haie sein! Morgen gehts los! Frei mich schon tierisch 🙂
    Noch gute Fahrt und bis bald

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