Villeneuve-lès-Béziers

Nachdem ich von meinem Campingplatz auf meiner Weiterreise nochmal komplett durch Barcelona fahren musste, was durch den typischen Großstadtverkehr mit all seinen roten Ampeln recht zeitaufwändig war, ging es zunächst nach Badalona. Dort begann ein sehr schöner Radweg, der über viele Kilometer direkt am Strand verlief.

Bis Lloret de Mar war die Strecke völlig flach. Hinter dem Ort wurde die Gegend bergig und somit felsiger. Statt kilometerlange Sandstrände gab es nun Klippen mit kleinen Buchten.

Übernachtet habe ich auf einem sehr idyllischen Platz in Tossa de Mar. Hier beginnt auch eine schöne Panoramastraße, die über unzählige Kurven und Serpentinen meist an den Klippen entlangführt. Die Strecke war großartig und sicherlich eine der schönsten Straßen, die ich je gefahren bin.

Leider war das Teilstück in Sant Feliu de Guixols bereits wieder zu Ende. Hier ist die Küste auch nicht völlig vom Massentourismus überlaufen. Ortschaften wie Calella oder Lloret bestehen ja eigentlich nur aus Hotels, Restaurants, Souvenirläden und ähnlichen Gebäuden. Tossa de Mar und Sant Feliu sind erkennbar richtige Ortschaften mit Geschichte und ganzjährigen Bewohnern.

Etwas später erreichte ich Playa de Aro, wo der sogenannte Pirinexus-Radweg beginnt, der einzige Teil des Mittelmeerradwegs in Spanien, der einigermaßen fertig ist und auch auf offiziellen Karten existiert.

Zunächst ging es meist über kaum befahrene Landstraßen und Feldwege durch eine große Ebene. Die Pyrenäen waren aber bereits am Horizont zu sehen. Was ich in der Form so noch nie gesehen habe, war, dass einige Straßen mitten durch Bäche verliefen. Sie waren zwar nicht tief, aber der Straßenbelag war durch Algenbewuchs sehr glitschig.

Am nächsten Tag ging es dann weiter in die Berge Richtung französische Grenze.

In dieser Gegend sind die Pyrenäen zwar ein stattliches Hochgebirge, man muss aber nicht allzu hoch fahren, um sie zu durchqueren. Der Grenzort Le Perthus liegt lediglich auf 300 Metern, danach ging es nur noch bergab. Ich war nun also wieder in Frankreich. Auf dem Weg zurück an die Küste kam ich durch eine heideähnliche Landschaft mit vielen Seen und kleinen Bächen.

Nachdem es einige Zeit am Meer entlangging, folgte der Radweg heute zumeist diversen Kanälen. Zunächst bin ich am Canal de la Robine geblieben, der zumeist auch parallel zu diversen Seen verlief.

Zwischendurch kam ich durch Narbonne. Ich habe zwar keine ausgedehnte Stadtrundfahrt gemacht, aber das historische Zentrum sah recht einladend aus.

Einige Kilometer später erreichte ich den Canal du Midi, der mit seinen großen Platanen auf beiden Seiten meist wie ein großer Tunnel wirkt.

Leider ist der Bodenbelag durch viele Baumwurzeln, Schlaglöcher und grobe Steine teilweise sehr schlecht zu befahren, so dass ich nach etwa 15 Kilometern auf die Landstraße nach Béziers ausgewichen bin. Von einer früheren Reise wusste ich noch, dass der Weg ab Béziers wieder gut wird. Ich habe mir also noch ein wenig die Stadt angeschaut, bevor ich am Kanal entlang zum nächsten Campingplatz gefahren bin.

 

Ein Gedanke zu “Villeneuve-lès-Béziers

  1. Sehr schöner Bericht du Haudegen.

    War sowohl schon in Lloret als auch in Sant Feliu – da kommen die Erinnerungen an die guten Ruf-Jugendreisen hoch 🙂

    Gute Reise weiterhin du Lump

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