Von Tavira aus waren es nur noch etwa 30 Kilometer bis zur spanischen Grenze. Auf einer guten Landstraße bin ich zunächst zügig vorangekommen. Seit einigen Tagen hatte ich allerdings schon diverse Risse und Löcher an der Seite meines Fahrradmantels, so dass ich mir ohnehin einen neuen Mantel kaufen wollte. Unglücklicherweise hat es mich dann aber erwischt und ich hörte nur ein lautes Zischen. Innerhalb weniger Sekunden hatte ich einen Platten. Das Loch war dem Vernehmen nach riesig und bei den vielen Löchern im Mantel habe ich statt den Reifen zu flicken einfach die vier Kilometer bis zur nächsten Fahrradwerkstatt geschoben. Leider hatten sie dort keine Schwalbe Marathon-Reifen, sondern nur irgendeinen billigen Standardmantel ohne Pannenschutz, aber immerhin konnte ich nun problemlos weiterfahren.
Einige hundert Meter hinter dem Fahrradladen war der Fähranleger über den Guadiana, dem Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien in dieser Gegend. Mit dem Schiff ging es also nach Ayamonte und nun war ich wieder in Spanien.
Es ging die meiste Zeit direkt am Meer entlang. Häufig sah man auch langgezogene, schmale Inseln.
Übernachtet habe ich in El Portil. Mein nächstes Ziel war Sevilla, was ein ganzes Stück im Inland liegt. Da es abseits der Küste hier keine Campingplätze gibt, musste ich die 140 Kilometer in einem Stück fahren. Für den nächsten Tag waren 41 Grad in Sevilla angesagt, für den darauf folgenden nur 33. Daher habe ich mich dazu entschlossen, einen Ruhetag am Meer einzulegen und die Hitze zu umgehen.
Der Tag war dann auch recht relaxt und in der Tat sehr warm. Da der Strand keinerlei Schattenplätze hatte, bin ich nur kurz am Wasser gewesen.
Gestern bin ich dann aber doch nach Sevilla aufgebrochen. Wie bereits an der Algarve, ist es auch hier immer recht bunt. Am Straßenrand wachsen häufig Bäume und Büsche, die in allen erdenklichen Farben blühen.
Zwischendurch bin ich durch viele kleinere Städte gefahren, die alle ihre schönen Ecken hatten.
Nach einiger Zeit änderte sich die Landschaft und über viele Kilometer ging es durch riesige Olivenbaumplantagen.
Irgendwann hatte ich aber den Guadalquvir erreicht, den größten Fluss der Gegend, der auch durch Sevilla fliesst. Hier ging es mal wieder mit der Fähre auf die andere Seite.
Kurze Zeit später bin ich dann auf dem Campingplatz in einem Vorort von Sevilla angekommen. Da die Stadt relativ viel zu bieten hat und der nächste Campingplatz südlich am Meer recht weit entfernt ist, war es unmöglich an einem Tag sowohl die Stadt zu besichtigen als auch den ganzen Weg wieder an die Küste zu fahren. Also habe ich mir für Sevilla einen Tag Zeit gelassen.
Zunächst bin ich zu insgesamt drei Fahrradläden gefahren, um mir einen neuen Schwalbe Marathon-Reifen zu besorgen, aber leider gibt es den in Spanien nur selten. Auch vergleichbare Modelle von Conti oder anderen Herstellern gab es nicht. Gerade weil die Läden recht professionell wirkten und das Sortiment sonst ähnlich aussah wie in Deutschland oder Frankreich war ich sehr verwundert. Stattdessen habe ich meinem Fahrrad eine neue Kette gegönnt. Bezüglich des Reifens werde ich wohl demnächst an jedem Fahrradladen, an dem ich vorbeikomme, anhalten und schauen, ob sie einen ordentlichen, pannensicheren Mantel haben.
Danach habe ich die Altstadt erkundet. Sie ist riesig und gehört zu den größten der Welt. Was ich in dieser Form noch nie gesehen habe, ist dass die engen Gassen und vielen Plätze mit Matten überspannt sind, um Schatten zu spenden.
Es gibt hier sehr viel zu entdecken und ich war froh, mir den Tag für die Stadt genommen zu haben.
Unter anderem war ich im Alcazar, einem ursprünglich maurischen Palast, der allein die Reise hierher wert war.
Die Stadt ist relativ weitläufig, so dass die Sehenswürdigkeiten nicht an einem Punkt konzentriert sind. Es gibt aber überall gute Fahrradwege und alles ist völlig flach, so dass man bestens mit dem Rad alles erkunden kann.















