Wie bereits im letzten Blogeintrag beschrieben, bin ich mit dem Bus von Niš nach Crvenka gefahren, um meinen Cousin und seine Familie zu besuchen. Auch dieses Mal habe ich die Zeit dort sehr genossen. Es wurde wieder ausgiebig gegrillt, gegessen, getrunken, geredet und ich konnte mich dort bestens ausruhen und Kraft für die kommenden Tage und Wochen tanken.
Nach einigen geruhsamen Tagen ging es dann wieder mit dem Bus zurück nach Niš. Leider hat die Fahrt relativ lange gedauert, so dass ich erst am Abend wieder in der Stadt war. Mein Fahrrad musste ja noch repariert werden und an dem Tag war es bereits zu spät dafür. Also bin ich den folgenden Tag auch noch in Niš geblieben. Als erstes bin ich dann zur Fahrradwerkstatt, wo der Mechaniker wenig überraschend feststellte, dass das Schaltwerk völlig hinüber war und ausgetauscht werden musste. Leider hatten sie nicht das Modell, dass ich eigentlich wollte, aber zumindest hatten sie etwas Passendes. Mein Fahrrad war also wieder einsatzbereit. Danach konnte ich dann beruhigt einen Stadtrundgang durch Niš machen und mir die Sehenswürdigkeiten anzusehen.
Besonders interessant fand ich den Schädelturm, wo die Schädel serbischer Aufständischer, die im frühen 19. Jahrhundert gegen die türkischen Besatzer gekämpft haben, eingemauert sind. Die Türken haben den Turm ursprünglich zur Abschreckung gebaut, aber im Laufe der Zeit wurde er zu einem nationalen Symbol des serbischen Widerstands gegen die Türken.
Gestern ging es nach längerer Pause nun endlich wieder weiter. Es ging größtenteils durch die grünen Berge Südserbiens. Die Landstraße war in gutem Zustand und der Verkehr war recht überschaubar. Bis auf einige Hügel war die Strecke auch recht flach.
Nach etwa 95 Kilometern kam ich dann in Brus an, was einer der größeren Orte in dieser Gegend ist. Bislang hatte ich nirgends in Serbien Probleme damit ein Hotel zu finden, aber in Brus war weit und breit kein Zimmer zu haben. Alle Leute, die ich gefragt habe, sagten mir dass die nächsten Hotels in Brzeće, etwa 20 Kilometer weiter westlich, sind. 20 Kilometer sind nun nicht viel, gerade weil es erst 17 Uhr war, allerdings ist der besagte Ort ein beliebtes Skiresort hoch in den Bergen. Da das aber nun die einzige Übernachtungsmöglichkeit weit und breit war, bin ich nun also schön bergauf gefahren.
Brzeće liegt auf 1100 Metern Höhe, so dass ich ganz schön in die Pedalen treten musste. Irgendwann war ich aber angekommen. Das erste Hotel war komplett ausgebucht. Der Ort ist eigentlich ein Skiresort, aber es gibt dort auch jede Menge Sportplätze für alle möglichen Sportarten, wo im Sommer viele Sportvereine ihre Trainingslager abhalten. Dementsprechend sind sämtliche Hotels ausgebucht. Im dritten Hotel hatte ich aber Glück und habe das einzige freie Zimmer erwischt. Es war auch nur diese eine Nacht frei, aber das reichte mir ja.
Heute ging es dann weiter bergauf, denn Brzeće liegt noch lange nicht auf dem Berggipfel. Etliche Serpentinen und viele Höhenmeter später konnte ich dann nochmal einen Blick von oben auf den Ort werfen.
Dort oben war es zwar recht wolkig, aber trotzdem war die Aussicht großartig.
Mein Navi zeigt mir auch immer die aktuelle Höhe an, so dass ich irgendwann begeistert feststellen konnte, dass auf exakt 1827 Metern über dem Meeresspiegel der Gipfel erreicht war.
Dort oben war es recht frisch, so dass der Fahrtwind auf der Abfahrt eisig war und ich trotz Jacke ziemlich gefroren habe. Nach der Dauerhitze der letzten zwei Monate bin ich die Kälte wohl nicht mehr gewohnt. Je tiefer es aber ging, desto wärmer und sonniger wurde es.
Nach einiger Zeit wurde die Strecke dann flach, so dass ich die letzten 30 Kilometer bis Novi Pazar zügig zurückgelegt habe. Die Stadt ist im Gegensatz zum Rest Serbiens wieder hauptsächlich islamisch. Allerdings leben hier nicht wie in Nordmazedonien Albaner, sondern hauptsächlich bosnische Moslems. Die unterscheiden sich zwar kulturell auch vom Rest der Bevölkerung, wirken aber nicht völlig wie ein Fremdkörper im Land. Auch das Essen ist typisch jugoslawisch, nur ohne Schweinefleisch.
Morgen geht es dann nach Montenegro.












HEy du hast dir ja die Haare blondiert !! Nicer LOOK !! Gute fahrt weiterhin . Wann bist du wieder in Deutschland ?
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Hallo!
Da ist ja auch schön das neue Schaltwerk zu sehen. Sieht ja doch etwas zu groß aus, haben die da am Ende noch was rangelötet??
Schöner und interessanter Bericht, auch die letzten davor!
Halt Dich wacker….
Grüße aus der Heimat!
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