Von Pordic ging es zunächst weiter an der Küste entlang. Die Ausblicke waren wieder herrlich.
Der Tag entpuppte sich als recht abwechslungsreich. Nach einigen Kilometern bin ich ins Inland gefahren, wo ich irgendwann durch den Ort Tréguier kam. Sämtliche Häuser stammen hier aus dem Mittelalter und sind mehr oder weniger im Originalzustand erhalten. Allerdings ist es kein Museum. Dort leben ganz normale Leute, es gibt Geschäfte und alles andere, was es in jedem modernen Ort auch gibt.
Anschließend ging es wieder in die Natur. Im Gegensatz zur Normandie, wo der Großteil des Landes landwirtschaftlich genutzt wird und aus Raps- bzw. Weizenfeldern und Kuhweiden besteht, ist die Bretagne deutlich naturbelassener. Es gibt viel Wald und diverse einsame Seen.
Am Abend habe ich dann Station auf dem Campingplatz in Louannec gemacht.
Der nächste Tag fiel buchstäblich ins Wasser. Es stürmte mal wieder heftig und etwa einmal pro Stunde kam ein Wolkenbruch herunter. Unter diesen Umständen wollte ich nicht weiterfahren und habe einen Ruhetag eingelegt.
Vorgestern war das Wetter gnädiger und nach anfänglichen Schauern am Morgen wurde es immer besser. Der Ärmelkanal zeigte sich zum Abschied nochmal von der schönsten Seite. Den ganzen Tag ging es an einer herrlichen und sehr bergigen Küstenstraße entlang.
Von meinem Zelt konnte ich abends noch das Meer sehen.
Gestern hieß es dann endgültig Abschied nehmen vom Ärmelkanal. Es ging landeinwärts nach Morlaix. Dort habe ich zunächst einen Fahrradladen aufgesucht, da meine linke Pedale seit zwei Tagen ein verdächtiges Knacken von sich gab. Der dortige Mitarbeiter hat sich das Elend dann angeschaut und meinte, dass die Pedale völlig hinüber ist. Zudem stellte er fest, dass die Tretkurbel mittlerweile Spiel hat und repariert werden muss. Da das aber eine aufwändigere Geschichte ist und er viel zu tun hatte, konnte er diesbezüglich spontan nichts machen. Das Problem ist allerdings auch noch nicht akut. Eventuell lasse ich das machen, wenn ich in ein paar Wochen die deutsche Grenze passiert habe. Die Pedalen konnte er aber austauschen.
Während er also mit meinem Fahrrad beschäftigt war, habe ich einen kleinen Stadtrundgang durch Morlaix gemacht. Auch hier standen zumindest im Stadtkern alles sehr schön erhaltene mittelalterliche Gebäude. Dazu war noch Markt und man konnte sich alle möglichen Krebse und anderes frisch gefangenes Getier anschauen. Die Stadt hat mir sehr gut gefallen.
Gegen Mittag konnte ich dann als stolzer Besitzer neuer Pedalen weiterfahren. Zunächst ging es 60 Kilometer durch dichte Wälder bis ich auf den Canal de Nantes à Brest stieß. Der Kanal ist schon mehrere Jahrhunderte alt und wird wahrscheinlich schon sehr lange nicht mehr von der Schifffahrt genutzt. Es gibt aber einen sehr guten Radweg an seinem Ufer.
Heute ging es fast die gesamte Strecke am Kanal weiter. Scheinbar wurde er zu Frankreichs längstem Anglerteich umfunktioniert. Alle paar Meter hatte jemand seine Angel ausgeworfen. Alles war sehr naturbelassen und ich habe den ganzen Tag kaum ein Auto gesehen. Völlig ungewohnt war die Tatsache, dass die Strecke relativ flach war. Zum ersten Mal seit Wochen konnte ich längere Teilabschnitte fahren ohne ständig irgendwelche Berge hochfahren zu müssen.
Daher bin ich heute entspannt und ohne große Anstrengung 134 Kilometer gefahren und war trotzdem noch vor 18 Uhr am Campingplatz.











Die Aufnahmen sind wie aus einem Reisekatalog und wunderschön. Deine Beschreibungen sind interessant und ich freue mich
auf die folgenden Einträge.
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Ey Wuschler !! Echt Nice Bilder ! Wie hast du dich eigentlich immer selbst fotografiert ? selbstauslöser ? aber schon schade das mittelmeer jetzt liegen zu lassen .. 😉 Weiterhin viel Spass
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Ich habe ein kleines Reisestativ dabei. Das benutze ich immer mit Selbstauslöser für Bilder von mir.
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Aber im allgemeinen könnte das Wetter wohl ein wenig besser werden , hier in D ist es auch noch recht fresh wieder . Aber Eisheiligen ist ja vorbei jetzt kann der Sommer kommen .
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