Gestern ging es nach einem schmackhaften Frühstück gegen halb zehn weiter. Wie bereits den Tag zuvor führte mich der Weg über einen Voie Verte, also einen hervorragend ausgebauten Weg durch die Natur. Die ersten 80 Kilometer verliefen durch bergiges Gebiet am gemächlichen Fluss Vire entlang.
Ich habe stundenlang keine Menschenseele getroffen. Die Gegend ist sehr grün, idyllisch und abwechslungsreich. Obwohl um mich herum überall Berge waren, war der Weg entlang des Flusses relativ flach.
Da hier nur wenige Campingplätze sind, habe ich mir vorher einen Platz im Ort Vire herausgesucht. Ort und Fluss tragen denselben Namen. Das entsprach einer Tagestour von etwa 120 Kilometern und erschien mir in Ordnung. Nach 80 Kilometern verließ meine Route allerdings die Vire und es ging in die Berge. Die Steigungen waren lang und sehr steil. Dementsprechend habe ich für die letzten 40 Kilometer genauso lange gebraucht wie für die ersten 80. Erschöpft, aber glücklich es geschafft zu haben, kam ich gegen 19 Uhr am Campingplatz an. Leider stellte ich fest, dass er geschlossen war. Der nächste Platz war weit weg und bei dem bergigen Gelände wollte ich nun wirklich nicht mehr allzu weit fahren. Wild campen wollte ich auch nicht, da ich nirgends eine geeignete Stelle gesehen habe. Schließlich habe ich dann ein Bed & Breakfast angefahren, das nur 1,5 Kilometer entfernt lag. Es war zwar deutlich teurer als ein Campingplatz, aber dafür habe ich mal wieder ein richtiges Bett und ein Badezimmer gleich nebenan gehabt. Richtig luxuriös! Gefahren bin ich gestern 123 Kilometer.
Das Frühstück in der Pension war auch sehr lecker, so dass ich gestärkt den Tag beginnen konnte. Es ging wieder auf einem Voie Verte durch die Hügel. Glücklicherweise waren die Steigungen zwar sehr lang, aber relativ seicht und gleichmäßig, so dass man problemlos die Berge hochgekommen ist.
Nach etwa 70 Kilometern ging es dann über kleine Landstraßen bei heftigstem Gegenwind Richtung Meer. Da dieses Gebiet wieder relativ flach ist und hauptsächlich aus Feldern besteht, hat man eine gute Fernsicht. Daher konnte man schon aus großer Entfernung den Mont Saint Michel sehen. Großartig!
Ich bin dann direkt bis vor die Festung gefahren. Hineingegangen bin ich allerdings nicht, da dort ein sehr großer Andrang herrschte und ich mein Fahrrad nicht mitnehmen durfte. Es draußen bei den Menschenmengen unbeaufsichtigt, mitsamt all meinen Taschen stehenzulassen, kam für mich nicht in Frage.
Daher habe ich den nächsten Campingplatz angesteuert, der auch nicht weit weg war, und habe den Reisetag nach 114 Kilometern beendet. Damit beträgt mein Gesamtkilometerstand inzwischen 2135 Kilometer.






Ich freue mich immer wieder auf deine Berichte und die wunderschönen Aufnahmen. Weiterhin gute Reise.
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Eingekehrt im Hotel ist der feine Herr!😉
Ein schöner Bericht. Gute Fahrt mein Freund!
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Hallo Neffe,
wenn Sebastian eine Reise tut, so kann er was erzählen….
Deine schön in den Fotos eingefangenen Momente und die Reisebeschreibungen lassen uns spüren, wie viel Spaß dir diese Tour bereitet. Das freut uns sehr!
Wir zählen auch zu deinen Radreisefans und sind dir stets auf der Spur.
Weiterhin viel Vergnügen bei deiner „Tour de Europe“!
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