Von Augsburg aus bin ich immer weiter nach Süden gefahren. Die meiste Zeit ging es am Lech entlang, der hier recht idyllisch und groß wirkt. Nördlich von Augsburg war er teilweise ja nur ein Rinnsal. Zusätzlich ist der Fluss alle paar Kilometer aufgestaut, so dass ich an vielen Stauseen vorbeikam.
Der einzige größere Ort, durch den ich an dem Tag gefahren bin, war Landsberg am Lech. Die Stadt scheint nur aus einem hübschen, alten Stadtkern und diversen Dörfern mit modernen Neubauten drumherum zu bestehen. Das Zentrum hat mir gefallen, die Dörfer waren eher uninteressant.
Gegen Ende des Tages kamen dann die Alpen in Sichtweite. Es ging über kleine, kaum befahrene Minilandstraßen durch das hügelige Allgäu. Das war richtige Radfahrerromantik. Übernachtet habe ich dann auf einem Campingplatz an einem der vielen Lechstauseen.
Der Campingplatz war ideal gelegen, da es über den Radweg, dem ich seit Hameln gefolgt war, noch knapp 40 Kilometer bis zum Ende in Füssen waren. Von dort sollte es nach München gehen und diese Route führte auch wieder an dem besagten Campingplatz vorbei, so dass ich am nächsten Tag mein Zelt dort stehen lassen konnte und diese Tagestour nahezu ohne Gepäck machen konnte.
Der Tag begann recht nebelig, wurde dann aber sonnig und warm.
Mit jedem Kilometer kamen die Berge näher. Das Panorama fand ich herrlich und auch die ruhigen kleinen Straßen waren perfekt zum Radfahren.
Schließlich hatte ich gegen Mittag Füssen und somit die österreichische Grenze erreicht. Der Ort selbst war sehr hübsch, ähnelte aber den vielen wunderschönen Kleinstädten entlang der Romantischen Straße.
Umso beeindruckter war ich dann von der Gegend rund um den Lechfall, die nur einige hundert Meter entfernt vom Ortszentrum liegt. Der Fall selbst ist eine künstliche Kaskade, von wo aus das Wasser dann durch eine enge Schlucht fließt.
Auf dem Rückweg von Füssen zurück zum Campingplatz kam ich am Forggensee vorbei, was ein weiterer großer Stausee ist. Mit den Bergen im Hintergrund ist er wunderschön gelegen.
Am nächsten Tag bin ich dann nach München geradelt. Der Radweg, den ich mir zu Hause aus dem Internet heruntergeladen habe, schien aber nichts Offizielles gewesen zu sein und war hauptsächlich für Rennradfahrer konzipiert. Es ging fast nur über größere Landstraßen, wo eigentlich wenig Erwähnenswertes zu sehen war. Die einzige Ausnahme war das Kloster Andechs in der Nähe des Ammersees. Es sah von außen schon schön aus, aber das Innere fand ich noch deutlich besser.
Dadurch, dass ich den ganzen Tag überwiegend auf größeren Landstraßen unterwegs war, bin ich zügig vorangekommen und und hatte die knapp 100 Kilometer bis zum Campingplatz in München relativ schnell hinter mich gebracht, so dass ich anschließend noch genug Zeit hatte mir die Innenstadt anzusehen. Die Altstadt ist wirklich schön, war aber auch unglaublich voll, was bei einer Millionenstadt aber natürlich auch nicht verwunderlich ist.
Gestern ging es dann über diverse Schlenker wieder Richtung Norden. Bis kurz hinter Landshut bin ich immer an der Isar entlanggefahren. Der Fluss ist recht naturbelassen und mit den vielen Stromschnellen ganz sicher nicht für Boote befahrbar.
Entlang der Isar kam man schnell voran, so dass ich die 85 Kilometer bis Landshut gegen 15 Uhr geschafft hatte. Hier musste ich nun eine Entscheidung treffen: Den Campingplatz in Landshut ansteuern oder zum nächsten fahren, der erst bei Kelheim an der Donau liegt, was noch ein ziemliches Stück war. Da für heute Dauerregen angesagt war und ich daher einen Ruhetag eingeplant hatte, wollte ich noch so viele Kilometer wie möglich schaffen und bin weitergefahren. Sonntag Nachmittag fährt nämlich mein Zug von Nürnberg nach Hannover. Daher wollte ich eigentlich Samstag Abend in Nürnberg sein und von Landshut aus wäre das für eine Tagestour zu weit. Zunächst habe ich mir aber noch Landshut angeschaut.
Leider fing es kurz hinter der Stadt heftig an zu regnen und das bei stürmischem Gegenwind. Dazu kam noch hügeliges Gelände mit sehr steilen Anstiegen. Die Strecke über den Radweg war auch deutlich länger als erwartet, so dass ich gestern 171 Kilometer gefahren bin.
Da es heute wie angekündigt den ganzen Tag wie aus Eimern schüttet, mache ich einen entspannten Ruhetag. Morgen geht es dann weiter nach Nürnberg.

























Wirklich schöne Bilder! Die habens ja doch ganz nett da unten. 🙂
Viel Spaß noch,,,
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