Lohme

Von Kopenhagen bin ich nach Malmö in Schweden gefahren. Um dorthin zu kommen, muss man über die Öresund-Brücke, die allerdings für Radfahrer und Fußgänger gesperrt ist. Man kann sie nur per Auto oder Zug passieren. Daher habe ich die Bahn genommen, was aber genauso schnell und unkompliziert ist wie eine Fahrt mit der S-Bahn in Deutschland. Somit war ich nun also in Schweden. Zunächst habe ich mir Malmö angeschaut. Da in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg ganze Stadtviertel abgerissen und neu bebaut worden sind, macht die Stadt einen sehr modernen Eindruck. Lediglich direkt im Zentrum gibt es noch einen Altstadtkern.

Leider hat mir hier die Technik einen Streich gespielt. Obwohl ich mir sicher war vor meiner Reise sämtliche Länderkarten Europas auf meinem Navi gespeichert zu haben, fehlte Schweden nun. Somit war mein Navi hier nutzlos und ich hatte keine Ahnung, wo der Ostseeküstenradweg hier genau verläuft. Bei genauerem Hinsehen stellte ich fest, dass auch Polen und diverse andere Länder (durch die ich aber nicht mehr fahren werde) fehlen. Ich habe keine Ahnung, was da schief gelaufen ist. Da ich aber ohnehin nur recht kurz in Schweden und sehr kurz in Polen war, war es aber nicht dramatisch. Von Malmö aus bin ich also statt über den wahrscheinlich sehr reizvollen Ostseküstenradweg auf direktem Wege nach Trelleborg gefahren. Irgendetwas Interessantes gab es hier nicht zu sehen.

Am nächsten Morgen bin ich mit der Fähre von Trelleborg nach Swinemünde auf Usedom gefahren. Das Schiff legte um 7 Uhr ab. Da man zum Checkin bereits um 05:30 Uhr da sein sollte, ich vorher aber natürlich noch meine Sachen packen, das Zelt abbauen und die fünf Kilometer zum Hafen radeln musste, war die Nacht um kurz nach drei für mich zu Ende. Die Überfahrt war ruhig und gemütlich. Außer offenem Meer war die meiste Zeit nichts zu sehen. Die einzige Ausnahme war, als das Schiff relativ nahe an Rügen vorbeifuhr und man die berühmten Kreidefelsen, die ich später noch genauer begutachten sollte, sehen konnte.

Nach sieben Stunden kam die Fähre dann in Swinemünde an und ich hatte wieder festen Boden unter den Füßen. Der Ort selbst hatte einige hübsche Vorkriegsgebäude im Zentrum, ansonsten bestand er hauptsächlich aus typisch sozialistischen Plattenbauten.

Wenige Kilometer später war ich wieder in Deutschland. Die Gegend ist traumhaft schön. Die Gebäude an der Uferpromenade sind meist im wilhelminischen Stil und tadellos in Schuss, der Radweg ist super und geht entweder am Meer entlang oder durch herrliche Wälder. An manchen Stellen war zwar viel Betrieb auf dem Weg, aber das liess sich aufgrund der schönen Natur verschmerzen.

Übernachtet habe ich in Zinnowitz. Usedom fand ich sehr schön. Am nächsten Morgen ging es noch ein Stück über die Insel bis ich dann wieder auf dem Festland war. Hier ist es nicht ganz so touristisch und es ist sehr ruhig. Meist war ich weit und breit der einzige auf dem Radweg.

Als einzig größerer Ort kam im Laufe des Tages Greifswald. Auch hier sah alles sehr gepflegt aus. Besonders der Stadtkern war sehr hübsch.

Gestern bin ich zunächst mit der Fähre nach Rügen gefahren, wo nun eine Inselumrundung ansteht. Auch hier geht es sehr idyllisch zu.

Ich bin bis zum sehr schönen Campingplatz in Lohme gefahren. Der Ort liegt direkt am Nationalpark Jasmund, wo ich heute geblieben bin, um mir den Park anzuschauen. Einerseits gibt es hier die Kreidefelsen, die ich bereits von der Fähre nach Swinemünde gesehen hatte, andererseits ausgedehnte ursprüngliche Buchenwälder. Bevor der Mensch großflächig alles gerodet hat, sah der Großteil Europas so aus.

Nachdem ich mir die Felsen angeschaut hatte, war ich eine Weile im Nationalparkzentrum, wo es einen kurzen Kinofilm sowie eine sehr interessante Ausstellung über die Natur im Park zu sehen gibt. Anschließend bin ich dann noch eine Weile durch die Wälder gewandert.

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