Granada

Nachdem die Straße vor Fuengirola eher einer Autobahn glich, wurde sie hinter der Stadt wieder ruhiger und angenehm zu fahren. In dieser Gegend reiht sich ein Ort an den anderen, so dass man das Gefühl hatte durch eine große Stadt zu fahren. Der Verkehr war aber recht ruhig und die Straße führte immer direkt am Meer entlang. 

In Torre del Mar habe ich dann die Küste verlassen und bin ins Inland gefahren. Hier ging es langsam in die Sierra Nevada, die große Bergkette Südspaniens. 

Nach einiger Zeit hatte ich mein Tagesziel erreicht. Ein Campingplatz direkt an einem Stausee. Von meinem Zelt aus hatte ich einen herrlichen Ausblick auf den See mit seinem intensiven Türkis und den Bergen dahinter.

Am nächsten Tag ging es dann bei warmen 38 Grad weiter die Serpentinenstraße bis auf knapp 1200 Meter hinauf.

In Nordspanien wurde es in den Bergen mit jedem Höhenmeter kühler, so dass ich ab 1000 Metern sogar mit Handschuhen gefahren bin. Hier wurde es aber auch in der Höhe nicht merklich kühler. Oben angekommen ging es zunächst etwas bergab. Anschließend führte der Weg mehrfach jeweils 300 Meter rauf und runter. Zwischendurch kam ich an einem weiteren wunderschönen Bergsee vorbei. 

Die meiste Zeit hatte ich die Straße völlig für mich allein und außer Vogelgezwitscher herrschte völlige Stille. Nach den belebten Straßen der letzten Tage war ich sehr begeistert. So ging es dann bis kurz vor Granada weiter. 

In der Stadt habe ich einen Besichtigungstag eingelegt. Zunächst bin ich zur Alhambra, einer alten Palast- und Festungsanlage maurischen Ursprungs, gefahren. Sie ähnelte teilweise dem Alcazar in Sevilla, allerdings gibt es hier auch diverse Gärten und Festungsanlagen. 

Anschließend bin ich zur Kathedrale Granadas gefahren. Zunächst war ich etwas enttäuscht, da die engen Altstadtgassen direkt an das Gebäude grenzten. Man war fast nirgends mehr als drei Meter von der Kathedrale entfernt, so dass man keinen Gesamteindruck hatte. Lediglich vor dem Haupteingang gab es einen kleinen Vorplatz, aber auch hier sah man nur einen Bruchteil. 

Dafür war das Innere umso schöner. Erst hier merkte man, wie riesig das Gebäude eigentlich ist. Alles strahlte in weiß und gold. 

Seitlich gab es insgesamt zwölf Abschnitte, die von unterschiedlichen Künstlern gestaltet wurden und daher im Stil völlig verschieden waren. Mal gab es Gemälde, mal Fresken, mal Statuen. Alles wirkte wie ein bombastisches Museum für religiöse Kunst und weniger wie eine Kirche. Ich war beeindruckt. 

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