Touques

Vorgestern Morgen habe ich spontan entschieden einen Ruhetag einzulegen. Einerseits musste ich sowieso Wäsche waschen, andererseits war der Platz wirklich gut. Relativ günstig und sehr gut ausgestattet. Ich habe dann auf der Suche nach einer Bäckerei und einem Supermarkt den ganzen Ort erkundet. Fündig geworden bin ich erst im Nachbarort. Ich hatte aber den ganzen Tag Zeit, so dass es ein netter Spaziergang war. Eigentlich war es eher eine Art Trekkingtour durch die Berge, da der Nachbarort deutlich höher gelegen war. Es gab aber eine sehr gute Bäckerei, wo einem die belegten Baguettes ganz frisch zubereitet wurden. Sehr lecker!

Gestern ging es dann frisch ausgeruht wieder weiter durch die nordfranzösische Hügelwelt. Ich war hocherfreut, dass von nun an durchgängig sehr gute Wege vorhanden waren. Meistens ging es über Minilandstraßen, auf denen Autos und Radfahrer gleichberechtigt sind. Da dort aber eh so gut wie kein Verkehr herrscht, hatte ich die Straßen größtenteils für mich.

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Nach kurzer Zeit kam ich durch Dieppe. Die Stadt fand ich sehr hübsch und gemütlich. Alles sah irgendwie traditionell französisch aus.

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Anschließend  ging es wieder durch die idyllische Landschaft der Normandie. Überall Hügel, auf denen entweder Weizen oder Raps angebaut wird. Das Getreide ist noch kurz und grün während der Raps bereits in leuchtendem Gelb blüht. Es wirkt als ob die Hügel mit grünen und gelben Teppichen bedeckt wären.

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Dazu kommt man immer mal wieder an wunderschönen Meeresbuchten vorbei. Oft kommt man dann durch kleine Bauerndörfer, die meist recht alt, aber gut in Stand gesetzt aussehen. Fast jedes Dorf hatte mindestens ein riesengroßes Herrenhaus. Ich habe keine Ahnung wem die gehören, aber ich schätze, dass sie vor langer Zeit von ansässigen Großgrundbesitzern oder Adligen erbaut wurden.

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Später fuhr ich dann durch Fécamp, wo ich erstmal einen Döner mit Pommes vertilgt habe. Auch in Frankreich ist der erste Mai ein Feiertag, so dass die Supermärkte alle zu hatten und ich mir nichts Essbares für den Campingplatz besorgen konnte. Die Stadt war Dieppe zum Verwechseln ähnlich, aber eben auch irgendwie gemütlich.

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Heute bin ich dann bei stark bewölkter und trüber Witterung weitergefahren. Wie die letzten Tage auch war es sehr bergig, aber irgendwie ist auch immer wieder schön oben anzukommen, die Aussicht zu genießen und sich anschließend mit 50 Sachen den Berg hinunterzustürzen. Zwischendurch kam ich durch kleinere Waldgebiete in denen am Boden alles blau blühte. Wirklich schön anzusehen!

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Gegen Mittag kam ich durch Le Havre. Von oben sah die Stadt noch in Ordnung aus, aber während Städte wie Dieppe und Fécamp hauptsächlich vom Tourismus leben und entsprechend herausgeputzt sind, ist Le Havre eine reine Industrie- und Arbeiterstadt. Überall standen Plattenbausiedlungen und irgendwie sah alles ziemlich heruntergekommen aus. Hier muss man definitiv nicht seinen Urlaub verbringen. Der Hafen ist riesig und irgendwie scheint Le Havre das französische Gegenstück zu Bremerhaven zu sein. Schön es gesehen zu haben und dann aber schnell weiter.

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Anschließend musste ich die Seine überqueren. Hierzu musste ich über die sogenannte Porte de Normandie, die mit Abstand größte, steilste und längste Brücke über die ich je gefahren bin. Autos mussten Maut bezahlen, aber Radfahrer und Fußgänger durften umsonst rüber.

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Der Fluss ist hier schon sehr breit und eindrucksvoll. Leider hat es geregnet, so dass die Sicht nicht besonders gut war.

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Danach führte mich der Weg erstmal wieder landeinwärts, wo es gefühlt nur bergauf ging. Auffällig war aber, dass seit der Seine die Berge durchgängig bewaldet sind. Eine nette Abwechslung zu den Weizen- und Rapsfeldern.

Inzwischen bin ich in einem kleinen Ort namens Touques auf einem netten, aber leider auch sehr teuren Campingplatz. Es gibt hier auch ein Restaurant bzw. eine Snackbar, wo ich gerade den schlechtesten Cheeseburger meines Lebens gegessen habe. Die Pommes waren aber gut und letztendlich bin ich satt geworden. Leider regnet es schon seit Stunden. Ich hoffe, dass es bis morgen aufhört und ich im Trockenen weiterfahren kann.

Sowohl gestern als auch heute bin ich jeweils 112 Kilometer gefahren, so dass mein Gesamtkilometerstand inzwischen bei 1545 Kilometern steht.

Ein Gedanke zu “Touques

  1. weiter so wuschler cooler blog . mach ruhig noch mehr bilder rein , das fetzt °° !! viel spass noch weiterhin

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